Piratentonnen geplant

Die International Maritime Organisation (IMO) plant, Gebiete mit großem Piratenaufkommen durch besondere Seezeichen zu kennzeichnen. Hintergrund ist die Zunahme von Piraterie und die Gefahr für ahnungslose Wassersportler und Berufsseeleute, sich in entsprechende Gefahrengebiete zu begeben. Einige der Tonnen sollen so groß sein, dass sie mit einem Schutzraum ausgestattet werden können, in dem Piratenangriffe „abgewettert“ werden können.

Piraterie stellt in einigen Regionen heute wieder eine ernsthafte Gefahr dar und nimmt, bedingt durch Globalisierung und politische Umwälzungen, wieder zu. Dabei findet Piraterie nicht nur im Golf von Aden statt, sondern auch in Südostasien oder auch Teilen Südamerikas.

Experten streiten um geeignete Maßnahmen zur Eindämmung der Piraterie. Ein Ansatz ist, Ländern, aus denen Seeräuber kommen, wirtschaftliche Stabilität zu geben, um die Not der Menschen in der Region zu lindern. Ein komplett anderer Ansatz sind die Piratentonnen.

Auch wenn die Seeräuber noch nicht die deutsche Küste erreicht heben, halten wir es als Sportbootschule (Bootsausbildung.com) für wichtig, unsere Kunden über die neuste Entwicklung zu unterrichten.

Was nützen Piratentonnen?

Von Piratentonnen sollen mehrere Vorteile haben:

  • Sie warnen die Schifffahrt vor Gefahrengebieten, in denen Piraten ihr Unwesen treiben.
    Ähnlich wie bei Untiefen oder anderen Gefahren für die Schifffahrt wird hier ein neues Seezeichen eingeführt.
  • Sie dienen der Abschreckung, indem Seeräubern deutlich gemacht wird, dass der Völkergemeinschaft ihr Treiben bekannt ist.
  • Sie schützen potenzielle Opfer, da einige Tonnen einen eigenen, voll eingerichteten Schutzraum besitzen.

Die Tonne ist Lu*

Vergleichbar mit einem Botschaftsgelände sollen Piratentonnen unter besonderen völkerrechtlichen Schutz gestellt werden. Die Tonnen sollen als Schutztonnen eingerichtet sein und im Innenraum Platz für mehrere Personen, Verpflegung und Kommunikationsmittel bieten. Die Tonne ist völkerrechtlich der UNO unterstellt, selbst wenn die Tonne im Hoheitsgebiet eines Landes verankert ist.

* Lu, Klippo, Leo oder Mü? Siehe „Atlas der sichern Orte beim Fangen Spielen„.

AIS-Piratentonnen

Ein wesentliches Problem wird sein, große Gebiete mit Piratentonnen zu versehen. Zudem neigen Seeräuber ggf. dazu, nicht in den für sie vorgesehenen Gebieten Ihr Unwesen zu treiben. Eine Idee für diese Gebiete sind virtuelle AIS-Tonnen, sogenannte Aton-Transceiver (AtoN=Aids to Navigation). Diese Technik „täuscht“ eine physisch nicht existierende Tonne vor, die an gewünschter Stelle auf einem AIS-Empfänger angezeigt wird. Heutzutage wird diese Technik bereits zur Markierung von Sperrgebieten oder wasserbaulichen Anlagen mit flächenmäßiger Ausdehnung verwendet.

Hauptsitz der IMO in London

Wann kommt die Piratentonne?

Heute wird in London, im Hauptsitz der IMO, über die Einführung von Piratentonnen verhandelt. Details werden ab dem 2. April hier veröffentlichen. Sollte sich die IMO für diese Tonnen aussprechen, vergehen allerdings noch einige Monate, bis die erste Piratentonne tatsächlich verankert wird.

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